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DIE BETRIEBSFEIER UND DIE DSGVO

Hört sich wie ein Titel eines Krimis an, naja, wenn man es aus Sicht des Laien betrachtet, ist es auch fast einer. Aber was hat es hier mit der DSGVO überhaupt auf sich?
Mit Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sollen die Persönlichkeitsrechte jedes einzelnen geschützt werden. 

Nehmen wir doch mal das Beispiel der typischen Betriebsfeier (nicht öffentlich!), wo so ziemlich jeder gerne mal schnell zum Handy greift, um einen Schnappschuss zu machen oder sogar der Chef selbst macht die Fotos oder auch ein professioneller Fotograf. Und … *zack* … ist mit wenigen Klicks das Foto in den Sozialen Medien verbreitet… !
Aber möchten Sie das wirklich? Hat man Sie denn gefragt, ob Sie das überhaupt möchten? Oder muss man Sie darüber gar nicht informieren?

Wir klären kurz auf:  
Ja - man braucht definitiv Ihre Einwilligung dazu. 
Und wussten Sie überhaupt schon, dass moderne Kameras mehr als nur ein Foto machen? Diese speichern unter anderem das digitale Foto auch mit weiteren Daten, die sich mit der Person auf dem Foto in Verbindung bringen lassen. In der EXIF*- oder IPTC*-Daten der Kamera werden unter Umständen auch die GPS-Angaben fixiert und evtl. auch das Datum und die Uhrzeit. Das erlaubt wiederrum exakte Rückschlüsse auf den Aufenthalt der abgebildeten Person und stellt somit eine Erhebung personenbezogener Daten dar. 
Grundsätzlich gilt, jeder hat das Recht am eigenen Bild und wenn man nicht vorher Ihr Einverständnis dazu hat, ist es grundsätzlich nach Art. 6 DSGVO verboten. Aber wo ist da der Spaß? Muss man jetzt bei jedem Besuch einer öffentlichen Feier meterlangen Papierkram ausfüllen? Nein – natürlich nicht! 

Sichern Sie sich als Veranstalter schon vor der Feier ab. Klären Sie die Situation schon mit der Einladung. Weisen Sie mit einem kurzen Satz darauf hin, in etwa so: „Mit der Anmeldung wird dem Veranstalter die Erlaubnis erteilt, Fotos zu machen und diese für die Öffentlichkeitsarbeit und die Dokumentation der Veranstaltung, digital und analog, zu verwenden.“

Hier bitte auch unbedingt unterscheiden zwischen der Einwilligung in die Veröffentlichung in Druckmedien (Zeitungsartikel, Flyer usw.) und der Online-Veröffentlichung (Social Media, Homepage, Intranet).

UNSER FAZIT:
Es ist schon ein kleines Minenfeld auf dem man sich hier als Fotografierender bewegt. Einfach auf das Knöpfchen drücken und veröffentlichen ist nicht und kann auch sehr schnell Probleme mit sich ziehen und obendrauf teure Strafen. Es gibt zwar keine Vorschrift dafür, aber es sollte die spätere Nachweispflicht der Einwilligung vom Fotografierten bedacht werden. Daher kann man nur raten, dass die schriftliche Einwilligung in eine Veröffentlichung immer noch am sichersten ist.

Übrigens, liegt die Situation in einem familiären Rahmen kein Anwendungsbereich in der DSGVO, natürlich solange der Fotograf die Fotos auch hier nicht einfach ins Internet stellt oder über soziale Medien verbreitet.

 

 

EXIF* = Die Abkürzung für Exchangeable Image File Format und ist die für das Abspeichern von sogenannten Metadaten in digitalen Bildern zuständig.

IPTC*: = Ursprünglich für Nachrichtenagenturen entwickelt, ist das die Abkürzung für International Press Telecommunications Council. Es ermöglicht dem Fotografen und/oder Bildagenturen, Informationen wie Bildbeschreibung, Quelle, Ersteller, Kontaktdaten, Ortsangaben und Urheberrechtsvermerk mitzusenden.

Hinweis: 
Die Inhalte unseres Artikels dienen als Orientierungshilfe und keinesfalls als Ersatz für eine Rechtsberatung. Bitte frage im Einzelfall deinen Rechtsbeistand, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.

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07133.9220580